Partnerschaft mit Loose Creek in Missouri USA

Wir empfehlen auch, sich die Dokumention von arte "Deutsche in Amerika" anzusehen. Den ersten Teil dieser Doku erreichen Sie hier (Klick aufs Bild):

deutscheinamerikaVor mehr als 150 Jahren (zwischen 1834 und 1850) wanderten mehr als 700 Rheinländer in das Land am Missouri aus. Sie verließen ihre alte Heimat voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft und sie siedelten relativ geschlossen vor allem um den Ort Loose Creek im County Osage, aber auch in den benachbarten Orten Westphalia, Linn, Bonnots Mill, Frankenstein und St. Thomas.

Loose Creek – das zentrale Ziel der Auswanderer aus dem heutigen Meerbusch und aus dem Kreis Neuss.

Als der Lanker Zinmermeister Adolph Scheulen im Jahre 1834 mit seiner 10-köpfigen Familie nach Loose Creek gekommen war, folgten ihm in weiteren Schüben ca. 350 Menschen aus dem heutigen Meerbusch. Die meisten Menschen in Loose Creek kamen aus dem Bürgermeistereien Lank und Osterath. Darüber hinaus sind 29 Orte aus dem heutigen Kreis Neuss auf dem Auswandererdenkmal in Loose Creek verzeichnet. Mit gutem Recht hätte man Loose Creek auch New Lank nennen können.

Der Reisegruppe um die Familie Scheulen hatte sich auch Joseph Aretz aus Ilverich angeschlossen. Er stammte vom historischen Münkshof, dem heutigen Hof Ridders-Wolf in Ilverich. Ein großer Teil seiner Briefe sind erhalten geblieben und wurden bereits in einem Buch veröffentlicht (Briefe aus Missouri). Diese Berichte an seine Eltern geben interessante Einblicke in das Leben eines Auswanderers, wenn Aretz selbst auch nicht die Absicht hatte, sich in Amerka niederzulassen.

Als Folge des Ersten Weltkrieges waren die Beziehungen zwischen den Rheinländern in der Alten und Neuen Welt abgerissen. Die deutsche Sprache war in Missouri fast ausgestorben, aber das Platt lebte weiter. Ab 1985 wurden wieder Kontakte geknüpft, von amerikanischer Seite vor allem durch Josef 'Joe' Muenks (1925-1997) und Hubert Bescheinen.

Lanker Namen in Missouri
Viele heimische Familiennamen sind auch heute noch in Missouri geläufig; andere sind verschwunden:
Man findet noch:
Backes, Boessen, Brockerhoff, van Dawen, Gentges, Götzen, Hasenbeck, Haslag, Hörschgen, Kremer, Leven, Löthen, Maassen, Mertens, Muenks, Onnertz, Pütz, Radmacher, Schäfer, Schmitz, Schramm, Vossen, Wankum.

  

  

Nachdem 1991 mitten im Zentrum von Lank ein Platz auf den Namen "Missouriplatz" getauft wurde, wobei einige Nachfahren der früheren Auswanderer anwesend waren, kam der Gedanke auf, im darauffolgenden Jahr mit einer Abordnung aus Lank nach Amerika zu kommen, um dort an der Einweihung des Auswandererdenkmals teilzunehmen. So fuhren schließlich im August 1992 31 Teilnehmer nach Loose Creek. Dort wurden neue Kontakte geknüpft und es war erstaunlich, wieviele der Nachkommen der ehemals vom Niederrhein stammenden Auswanderer noch ihr Platt beherrschten. Von Kommunikationsschwierigkeiten beiderseits konnte dank des gemeinsamen Platt also keine Rede sein. Am 16. August 1992 wurde zur 150-Jahr-Feier der Auswanderung das Auswandererdenkmal, das Immigration Memorial in Loose Creek feierlich eingeweiht.

  

Vom 29. Juli bis zum 6. August 1994 fand im Ortskern von Lank die erste offizielle Missouri-Woche statt, die ganz unter dem Zeichen der Partnerschaft mit Loose Creek stand. Anlass war der Besuch einer 49-köpfigen Reisegruppe aus Missouri. Neben einer Stadtrundfahrt mit anschließendem Empfang durch den Bürgermeister der Stadt Meerbusch unternahm die Gruppe zusammen mit den Gasteltern Touren an den Niederrhein, nach Köln sowie Düsseldorf und Kaiserswerth. Am Sonntag, 31.07.94 wurde nach einem feierlichen Hochamt in der St.-Stephanus-Kirche in Lank das Missouri-Fest unter reger Anteilnahme der Bevölkerung gefeiert.

Der 2. Besuch einer Lanker Reisedelegation in Loose Creek fand vom 12. - 19. Juli 1996 statt. 50 Teilnehmer, unter ihnen der stellvertretende Landrat des Kreises Neuss, Hermann-Josef Dusend, machten sich auf den Weg nach Missouri mit eingeplanten Pausen in New York und Chicago. Sonntag wurde feierlich der "German Heritage Day" begangen, 600 Leute aus der Umgebung fanden den Weg nach Loose Creek. Eine Heilige Messe wurde von drei Priestern zelebriert und anschließend in der neuen Mehrzweckhalle Ansprachen gehalten und Gastgeschenke überreicht. Eine für diesen Anlass gegossene Bronzetafel und eine Lanker Amtsfahne hatten die deutschen Gäste mitgebracht. Die Amerikaner bedankten sich, indem sie neben einer Grußbotschaft der Staatsministerin von Missouri den Lankern eine Flagge des Staates Missouri übergaben. Weitere Besuche in Jefferson City und St. Louis standen auf dem Programm. Am letzten Tag veranstalteten die Loose Creeker eine Farewell-Party mit Riesenbuffet für 250 Leute auf dem Landgut der Familie Piel in Wentzville bei St. Louis.

  

Mit dem Gegenbesuch von 45 amerikanischen Gästen wurde die 2. Missouri-Woche in Lank vom 24. Juli bis zum 1. August 1998 begangen. Empfangen wurden die Gäste mit einem niederrheinischen Imbiss auf dem Nierster Seisthof. Am Sonntag wurde das Missouri-Fest mit einer Festmesse in St. Stephanus in zweisprachiger Form unter Mitwirkung des Kirchenchores eröffnet, anschließend marschierte die Schützenbruderschaft auf den Marktplatz, wo König Benn Davids in Begleitung von Steve Bescheinen die Front abnahm. Nach dem Erklingen beider Nationalhymnen bekamen die Lanker Gastgeber eine offizielle Bronzetafel mit der Inschrift: "Keeping alive the strong ties between the Rhineland and Missouri for future generations!" Landrat Dieter Patt konnte beim Barbecue-Abend am Latumer See unter Würdigung der völkerverbindenden Beziehung nach Amerika eine Kreisflagge überreichen. Auf der Farewell-Party auf einer Wiese am Davidshof an der Großen Gasse bekamen die Lanker aus den Händen von Joan Backes eine handgefertigte, blaue Fahne mit den Umrissen des Staates Missouri.

Am 21. August 1999 konnte auf der Grünfläche innerhalb des neuen Kreisverkehrs an der Einmündung der Mittelstraße in die Uerdinger Straße ein Kunstwerk eingeweiht werden, das in seiner Form an die Auswanderung vieler Landsleute nach Nordamerika erinnern soll. Geschaffen wurde das Kunstwerk mit dem Namen "Windung" von dem jungen Künstler und Bildhauer Christian Forsen und stellt eine gewundene Brücke als Übergang und Verbindung der Alten Welt Europa und der Neuen Welt Amerika dar.

Zum dritten Mal fand der Besuch einer Lanker Reisegruppe vom 3. bis 14. Juli 2000 in Loose Creek statt. Nach einem Kurztrip in Kanada mit Montreal und Quebec und einem Flug über New York wurde Missouri erreicht. Den Anfang bildete eine Welcome-Party auf dem Anwesen von Pat Muenks am Stausee. Der Sonntag wurde zum German Heritage Day erklärt und mit einer Festmesse gebührend gefeiert. Gleichzeitig wurde die neue Turmspitze der Kirche eingeweiht. Nachmittags in der Festhalle wurden Präsente überreicht, u.a. eine große Rheinland-Flagge sowie hundert Exemplare des gerade erschienenen Band der Lanker Schriftenreihe "Briefe aus Missouri - Letters from Missouri". Auf dem Ausflugsprogramm standen eine Fahrt in den Meramec National Park, zu den Onandoga-Tropfsteinhöhlen und zum Weingut Rosati. Abschließend gab es eine große Feier bei Joan und Hubert Backes. Mit Booten ging es dann am nächsten Tag auf dem Osage River weiter bis zu seiner Mündung in den Missouri, schließlich landeten die Boote an dem großen Anwesen von Donna und Richard Zeilmann zu einer großen Barbecue-Party.

  

Nach 2 Jahren stand der Gegenbesuch aus Loose Creek an. Aus diesem Anlass veranstaltete der Heimatkreis vom 19. bis 26. Juli 2002 in Lank die Missouri-Woche. Per Bus wurde 51 Gäste am Frankfurter Flughafen abgeholt. Am Abend konnte ein Rheinschiff in Uerdingen bestiegen werden und man schaute sich gemeinsam das Große Feuerwerk der Düsseldorfer Kirmes an. Nach einer Besichtigung des Klärwerks Düsseldorf-Nord wurde die Landesgartenschau auf Schloss Dyck und das Nikolauskloster besucht. Gefeiert wurde auf der Welcome Party auf dem Hof von Ridders-Wolf, dem historischen Münkshof in Ilverich. Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Missouri-Festes. Nach der großen Festmesse in St. Stephanus traten Abordnungen der Schützenbruderschaft und der Feuerwehr auf dem Marktplatz an. Montags startete die Besuchergruppe nach Belgien, um auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Henri-Chapelle bei Eupen Blumen niederzulegen. In Kommern in der Eifel wurden die Gäste vom Museumsleiter Dr. Pesch über die Ausstellung über die rheinische Auswanderung "Schöne neue Welt" geführt. Abends fand auf dem anderen Münkshof, nämlich dem am Waldweg in Latum eine Feier statt. Am Mittwoch ging es von Königswinter mit dem Drachenfels weiter per Schiff auf dem Rhein an der Remagen Bridge vorbei nach Linz. Nachdem am Donnerstag am Langenbruchbach ein Nussbaum zu Ehren der Partnerschaft gemeinsam gepflanzt wurde, begab man sich zur Lanker Feuerwehr zur Farewell-Party unter anderem mit einer historischen Löschübung mit der restaurierten alten Lanker Spritze.

Die vierte Reise der Meerbuscher Missourifreunde (26. Juli bis 07. August 2004) führte über die Flughäfen Düsseldorf und Frankfurt nach New York mit 2 Tagen Aufenthalt. Philadelphia und Baltimore waren weitere Stationen. In Baltimore landete am 6. Juni 1834 Joseph Aretz mit dem Segelschiff "Jefferson" (siehe unsere Veröffentlichung Briefe aus Missouri). Für einen Tag stand die Hauptstadt Washington auf dem Besuchsprogramm. Schließlich kam die Gruppe am 30. Juli in Loose Creek an. Im Schulsaal wurden sie von den Einheimischen herzlichst Willkommen geheißen. Am Abend hieß es Einkehr zusammen mit den Gastgebern in die altdeutsche Traditionskneipe im Dorf Bonnots Mill am Ufer des Osage . Für Samstag war eine Ganztagestour in die Hauptstadt des Staates Missouri, Jefferson City und nach Fulton geplant, die abendliche Welcome-Party auf dem Anwesen von John Backes überraschte mit viel Bier, sogar mit Missouri-Wein und frittiertem Cat-Fish sowie einer Stimmungskapelle aus dem nahen Weinort Hermann.
Nach dem Festgottesdienst mit fünf Geistlichen, Kranzniederlegung am Auswandererdenkmal und Austauschen der Grußbotschaften fand ein Empfang in der Mehrzweckhalle von Loose Creek (Loose Creek Community Center) statt, an der bis zu 500 Menschen teilnahmen. Der Abend stand den einzelnen Gastgebern für diverse Barbecues zur Verfügung.
Die große Exkursion fand am Montag statt und führte nach St. Louis mit dem Besuch des fast 200 m hohen Gateway Arch, das Tor zum Westen, und einer Besichtigung der Brauerei Anheuser & Busch. Der Tag klang aus auf dem großen Anwesen der Familie Betty und John Piel in Moscow Mills bei Wentzville, nw von St. Louis, wo sie ein riesiges Buffet mit mehreren Zelten und einer Dreimannkapelle organisiert hatten. Übertroffen wurde das Ganze am späten Abend mit einem 35-minütigem Feuerwerk.

Der Dienstag wurde programmmäßig den einzelnen Gastgebern überlassen. Für den nächsten Tag war eine Bootsfahrt auf dem Osage River vorgesehen mit einem Picknick an einem Ferienhaus der Familie Groves und Weiterfahrt zur Staustufe und wieder zurück zur Mündung des Osage in den Missouri. Nach dem durchnäßtem Tag luden die Gastgeber ins Pfarrzentrum von Bonnots Mill zum Aufwärmen zu einem selbstgemachtem Buffet ein.
Der Donnerstag war für private Aktionen vorgesehen, am Abend trafen sich alle im Community Center zur Farewell-Party. Neben dem Austausch von Gastgeschenken und dem obligatorischen Gruppenfoto wurden wieder Lieder gesungen und abschließend für den Gegenbesuch in zwei Jahren eingeladen. Am nächsten Morgen las Father Joe Corel zum Abschied die Frühmesse mit einer Grußbotschaft des Aachener Weihbischofs Reger und gab den Reisesegen.

  

 

 Die vierte Missouri-Woche vom 23. bis 30. Juni 2006 läutete einen Generationswechsel hinsichtlich der amerikanischen Gäste ein. Es kamen erstmals viele Jugendliche über den Ozean zu uns und auch das Unterbringen in den Gastfamilien gestaltete sich ohne Probleme. Zu dieser Zeit bot die in Deutschland gleichzeitig stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft mit den fahnengeschmückten Wohnhäusern einen wunderbaren Rahmen. Den ersten Tag ließ man nach dem langen Flug ruhig angehen, und so fand man sich am Abend nach einem kurzen Spaziergang durch den Lanker Ort im Gartengelände der Familie Dammer hinter der Lanker Kirche zu einem Welcome-Abend zum gegenseitigen Kennenlernen bei einem Glas niederrheinischem Altbier zusammen. Der nächste Tag, Samstag, 24.06. sah eine kleine Rundfahrt durch die Stadt Meerbusch mit anschliessendem Besuch von Schloss Dyck und Besichtigung des Braunkohlekraftwerk Neurath mit der seinerzeit größten Baustelle NRW´s, des sog. Super-Kraftwerk "BoA" vor, dessen Dimensionen selbt unseren amerikanischen Freunden den Atem stocken ließ. Gegen Abend traf man sich in bäuerlich-historischer Atmosphäre auf dem Weilerhof in Bösinghoven, ein reichhaltiges Bufett stand bereit. Als Attraktion des Abends konnte die frischgekürte Vogelbeer-Königin aus dem Erzgebirge gewonnen werden. Musikalische Beiträge beiderseits des großen Ozeans sorgten für eine gute Stimmung unter den Gästen und den Gastgebern. Für Sonntag, 25.06. stand das große Missouri-Fest im Zentrum von Lank auf dem Plan. Pfarrer Rang zelebrierte zusammen mit Father Joseph Corel ein feierliches, deutsch-amerikanisches Hochamt. Gäste, Gastgeber und hochkarätige Ehrengäste begaben sich gemeinsam zur St. Stephanus-Kirche. Das Hochamt war von beiden Pastoren exzellent vorbereitet worden. Father Joseph sprach bewusst so deutlich, dass ihn selbst Deutsche mit geringen Englischkenntnissen gut  verstehen konnten. Der weltliche Höhepunkt sollte nach der Messe auf dem Alten Markt folgen. Viel Prominenz war erschienen, darunter Bürgermeister Spindler, Landrat Patt, Ex-MdL und Vize-Landrat Klose, MdB Wimmer, die Vogelbeerkönigin in bunter Tracht, der Bundesspielmannszug, mehrere Schützenkompanien und die Kapelle Jagobar. Unter den Schützen fand die noch junge Kompanie der "17th Missouri Infantry Blaue Adler" naturgemäß besondere Beachtung. Landrat Dieter Patt erntete viel Applaus für seine launige, frei gesprochene Rede in astreinem Englisch.  Rund um den Lanker Marktbrunnen herrschte an diesem sonnigen Nachmittag Fröhlichkeit.

Montag, der 26.06. stand das Bergische Land im Mittelpunkt des Tagesausflugs. Eine Straßenbahn, die an einem 14 km langen Schienenstrang aufgehängt, alle Windungen des Wupperflusses mitmacht, sowas hat man in Amerika noch nicht gesehen. Neben einer Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn fand das Schloss Burg bei Solingen den Gefallen aller Reiseteilnehmer. Eine Bergische Kaffeetafel krönte diesen Tag. Der Dienstag wurde von den Gastgebern individuell gestaltet.
Den obligatorischen Grill- bzw. Barbecue-Abend veranstaltete man auf dem schön abseits gelegenen Hof der Familie Münks in Latum. Bei sechs angereisten Namensträger mit dem Namen Muenks konnte man hier ein schönes Familienfest feiern. Auf dem Reiseprogramm befand sich auch ein Abstecher ins Ruhrgebiet, angesteuert wurden die Villa Hügel in Essen,  über den Baldeneysee per Schiff ging es nach Hattingen ins Industriemuseum Henrichshütte. Abgerundet wurde der Tag mit der Besichtigung der malerischen Altstadt von Hattingen.

Bei bestem Sonnenschein fand man sich auf dem Gelände der Lanker Feuerwehr neben der Teloy-Mühle zur Abschiedsfeier zusammen, wo man die Gelegenheit nutzte, gegenseitig Gastgeschenke und Urkunden auszutauschen. Die 17th Missouri-Kompanie stellte ihren eigenen stilechten Saloon vor und die Feuerwehr bot an, sich Lank und das Treiben auf dem Festplatz aus der Vogelperspektive zu betrachten, allerdings leider nur für Leute, die schwindelfrei waren.

Im Krisenjahr 2008 machten sich 55 Rheinländer auf den Weg nach Amerika mit dem Ziel Loose Creek. Es war der Beginn der fünften Missouri-Reise des Heimatkreises. Am 29. Juni ging es vom Frankfurter Flughafen über den großen Teich an die Ostküste Amerikas, wo ein Vorprogramm in New York und Boston auf die Reiseteilnehmer wartete. In New York wurde u.a. die Freiheitssatue und das Einwanderer-Zentrum auf Ellis Island besichtigt. Auf der Busreise nach Boston wurde Station gemacht in Plimoth Plantation, dem Ort, an dem die Pilgrim Fathers mit der Mayflower 1627 landeten. Nach der Ankunft in Loose Creek startete gleich die Willkommensparty in der Mehrzweckhalle, dem LCCC, (Loose Creek Community Center). Zwei Offizielle waren gekommen, Mr. Loehner, ein Parlamentsabgeordneter, und Mr. Scheulen, ein Nachkomme des ersten Lanker Auswanderers Adolph Scheulen, der als "Country Comissioner" das County Osage vertrat. Überreicht wurde eine Grußbotschaft des Präsidenten des Parlamentes des Staates Missouri und Urkunden, die die deutsche Reisegruppe als Ehrenbürger von Missouri für die Zeit des Aufenthaltes in diesem Land auswies. Auf der Gegenseite übergaben die Gäste vom Niederrhein Grüße und Geschenke von Landrat Dieter Patt und Bürgermeister Dieter Spindler. Der nächste Höhenpunkt fand gleich am nächsten Tag statt, denn es war der 4. Juli, der amerikanische Nationalfeiertag. Geladen nach Jefferson City, wo die offiziellen Feierlichkeiten vor dem großen Kapitol von statten gingen, mündete der Abend in einem glanzvollen Feuerwerk über dem Missouri. Die zentrale Feier war am Sonntag, wo Gäste und Gastgeber in einem feierlichen Zug in die Pfarrkirche der Unbefleckten Empfängnis zogen, wo dann Pfarrer Joe Welschmeyer aus Freeburg die Festmesse zelebrierte, er, dessen Familie ursprünglich aus dem Raume Oelde / Wadersloh stammte, hielt die Predigt teilweise auf humorvolle Weise in Deutsch. Nach einer kurzen Ansprache des ersten Vorsitzenden des Lanker Heimatkreises folgte die Kranzniederlegung am Auswanderer-Denkmal vor der Kirche.

Besucht wurde unter anderem das "Linn State Technical College" in Linn, ein Berufsschulzentrum mit integriertem Internat, einer stattlichen Bibliothek und sogar mit eigenem Flughafen. Viele Parties und Exkursionen schufen enge Kontakte zu Land und Leuten. Am vorletzten Tag trafen sich Gäste und Gastgeber bei Bonnots Mill am Ufer des Osage River, um dort mit 12 Booten auf dem Fluss zu fahren, den Joseph Aretz einmal den "schönsten Fluss, den ich je sah", beschrieben hatte. Das sonnige Wetter sowie das warme Wasser des Osage lud einige zum Baden im Flusse ein. Nach 4 Stunden Fahrt wartete im Pfarrsaal, dem Parish Hall von Bonnots Mill, ein stattliches Schwein, garniert mit Apfel im Maul und Kirschen in den Augen, gegrillt in einer Grube, auf die Reisegesellschaft, um von derselben zerlegt und verspeist zu werden. Begleitet von amerikanischer Folk-Musik durfte nach dem Mahl das Tanzbein geschwungen werden. Das Anwesen der Familie Sinquefield am Maries River bei Koeltztown mit ihrer groß angelegten Gartenlandschaft konnte besichtigt werden, ebenso die interessante Kirche des Ortes. Eine größere Gruppe sah sich das Capitol in Jefferson City inkl. Plenarsaal und Aussichtssturm an. Für alle Teilnehmer wurde eine Bootsfahrt auf dem weit verzweigten Osage-Stausee organisiert, dessen Ufer zahlreiche Ferienanlagen, Hotels, Pensionen u.a. säumten. Mittwoch, der 10. Juli fand die Farewell-Veranstaltung im LCCC statt. Nach dem gegenseitigen Austausch der Gastgeschenke, die Lanker überreichten bemalte Holzteller sowie bedruckte Poloshirts und Jutetaschen an ihre amerikanischen Gastgeber, die im Gegenzug ein reich bebildertes Foto-Album u.a. mit historischen Aufnahmen der Lanker Reisegruppe überreichten, klang der Abend mit vielen gesungenen Liedern bei zünftigem Bier und Missouri-Wein aus. Am Niederrhein wieder zurückgekehrt, traf man sich sechs Wochen später zu einem Foto-Rückblick in der Gaststätte Haus Baumeister in Lank, um die zukünftige Planung der Missouri-Aktivitäten zu besprechen. Es wurde für die Vorbereitung der Missouri-Woche 2010 ein Missouri-Komitee gegründet, das  aus folgenden Mitgliedern besteht: Elvira Biegel, Beate Dammer, Klaus Geller aus Düsseldorf, Hans Hoffmann, Dr. Karl-Rüdiger Hüsig, Andreas Münster, Franz-Josef Radmacher, Hans-Jörg Schurich aus Mülheim (Ruhr), Gerd Schumeckers, Inge und Felix Stein, Siegfried Theiler sowie Wilhelm Webers.

 

Bereits zum fünften Male und damit ein kleines Jubiläum, besuchten uns in Lank im Sommer 2010 63 Gäste aus Missouri, um auf den Pfaden ihrer Vorfahren zu wandeln. Am 16. Juli landete die aus Atlanta kommende Maschine in Düsseldorf, und die Missouri-Woche in Lank konnte beginnen. An dem Sonntag-Morgen fanden sich alle amerikanischen Gäste mit ihren Gastgebern und den Honoratioren in der ehrwürdigen St. Stephanus-Pfarrkirche in Lank, der Taufkirche, wo alles damals in 19. Jahrhundert den Anfang nahm, um gemeinsam mit dem neuen Pfarrer Viertel die bilaterale Festmesse zu feiern. Im Anschluss bot der historische Marktplatz von Lank den stimmungsvollen Rahmen für den offiziellen Teil der Woche. Viele Schützen der Lanker St. Sebastianus-Bruderschaft waren mit ihren Kompanien erschienen, um zusammen mit dem Bundesspielmannszug und dem Stratumer St. Andreas-Pfarrorchester die Gäste zu begrüßen. Michaela Trautmann sang das volkstümliche Lied "America the beautiful" und erzeugte damit eine ergreifende Stimmung in der versammelten Festschar. Zwei Ausflugsfahrten standen auf dem Programm, auf denen sich die Gäste aus Missouri ein Bild machen konnten von der Stadt und dem Dom zu Aachen, wo sie von dem Oberbürgermeister Marcel Philipp im historischen Rathaus empfangen wurden. Der Dienstag sah unsere Gäste auf dem Weg ins Moseltal mit dem Besuch der Burg Eltz und einer anschließenden Schiffsfahrt von Cochem nach Beilstein.  Auch das abendliche Feiern kam nicht zu kurz. Unser 1. Vorsitzender führte die Gästeschar durch den schönen Ort Lank, wonach eine kleine aufgebaute Zeltstadt im Gartengelände von Dammer auf die Gäste wartete, um sie mit den regionalen Besonderheiten des Niederrheins vertraut zu machen. Besonders das Altbier und die kalten Büfetts mit Flönz und Mostert haben es den Gästen angetan.

Am Samstag wurde in Nierst im Rahmen eines Dorffestes eine kleine Bronzetafel enthüllt mit den Namen aller 41 Auswanderer aus Nierst und am Mittwochabend traf man sich in gewohnter Weise auf dem Hofe der Familie Münks, um die Gespräche untereinander zu intensivieren. Schließlich war der ganze Ort geladen, um gemeinsam mit unseren amerikanischen Freunden auf dem Gelände der Feuerwehr die Gemeinschaft zwischen Missouri und Lank zu stärken. Die Band "Novesian Revivals" unter der Beteiligung des ehemaligen Landrates von Neuss Dieter Patt an der Gitarre heizte die Stimmung an, bis auch die Gäste einen musikalischen Beitrag boten, und einen großen Teil der Anwesenden nichts mehr auf den Bänken hielt und alle gemeinsam über den Platz tanzten.